Saison beendet – ab in die Welle

Am 30.10.2022 haben wir mit einer durchaus erfolgreichen Feier die Saison 2022 beendet. Dieses Jahr war super Wetter und wir alle blicken auf eine in allen Hinsichten erfolgreiche Saison zurück. Wir haben viele Ausbildungsfortschritte, aber auch tolle Streckenflüge absolvieren können. Doch nur weil die eigentliche Saison jetzt beendet ist, heißt das nicht, dass nicht mehr geflogen wird. Denn neben unserem Motorsegler und Ultraleichtflugzeug bieten sich gerade im Herbst immer mal wieder spannende Wetterlagen für Hang- und Wellenflüge.

Segelflugzeuge beim Warten auf den Start in Oerlinghausen

Segelflugzeuge beim Warten auf den Start in Oerlinghausen

Wellenflug

Bei bestimmten Wetterlagen, die in Mitteleuropa eher selten vorkommen, kann es auf der windabgewandten Seite (Lee) zur Bildung von sogenannten „Wellen“ kommen. In diesen Windsystemen können oft Höhen von 2.000 bis 8.000 m erreicht werden. Mit dem „gewöhnlichen“ Termikflug ist das kaum zu vergleichen. Hier werden meist Höhen bis ca. 1.500 m über Grund erreicht.

Im F-Schlepp nach Porta Westfalica

So sollte es auch zwei Tage nach Saisonende kommen. Bereits einige Tage vor dem Dienstag nach dem letzten Flugwochenende gab es die ersten Prognosen – sie versprachen eine durchaus spannende Wetterlage für Hang- und Wellenflüge rund um das Wiehengebirge und den Teutoburger Wald. Die ersten Piloten machten sich bereits vor dem Wochenende Gedanken, womit sie fliegen wollen. Die Reaktionen passten zur Wetterlage – insgesamt planten wir, mit fünf Flugzeugen an der Porta Westfalica aufzuschlagen, dazu noch zahlreiche andere Flugzeuge aus anderen Vereinen aus Oerlinghausen.

Dann war der Dienstag da. Am Morgen dann eine leichte Enttäuschung – die Wetterprognose hat sich über Nacht verschlechtert. Somit war die eigentlich angesagte Welle des Teutoburger Waldes nicht mehr nutzbar und nach einer kurzen Besprechung waren sich alle einig, dass es die Porta wird. Gegen 09.00 Uhr startete dann der erste F-Schlepp in Richtung Porta Westfalica. Nach einem ruppigen Start in Oerlinghausen und circa 15 Minuten Flugzeit lag dann das Kaiser-Wilhelm-Denkmal unter einem. Entlang des Wiehengebirges konnte dann der Aufwind am Hang genutzt werden, um Strecken von bis zu 350 km zurück zu legen. Zunächst in einer etwas vorsichtigeren Art und Weise, doch als dann klar war, dass der Hang zuverlässig trägt, konnte die Höhe zunehmend reduziert und die Geschwindigkeit dementsprechend erhöht werden.

Im Arcus hoch über den Wolken

Im Arcus hoch über Oerlinghausen

„Die Welle geht!“

Nach einiger Zeit am Haupthang der Porta war dann mit ausreichend Höhe der Sprung zum Ith möglich. Dort angekommen dann von einigen Piloten die Rückmeldung: „Die Welle geht! Wir sind schon auf knapp 1500M!“. Kaum gemeldet kamen zahlreiche Flieger dazu und kämpften sich von Zeit zu Zeit immer höher, sodass nach einiger Zeit Höhen von bis zu 3000M erreicht wurden. Nach einiger Zeit in der sehr ruhigen Luft entschieden sich dann die ersten aufgrund der fortschreitenden Zeit für den Rückflug.

Einige mit, andere ohne Motor. So musste zum Beispiel unser Arcus nach knapp 5 Stunden und 30. Minuten erst in Porta landen, um sich dann nach Oerlinghausen zurückschleppen zu lassen. Den genauen Flugverlauf könnt seht Ihr unten.

Die nächste vergleichbare Wetterlage kommt garantiert! Und wir werden sicherlich wieder dabei sein.